Tagesarchiv: 19. Oktober 2006

RIP

Für Daniel T. mit dem ich zehn Jahre zusammen die Schulbank gedrückt hab und der letzten Freitag gestorben ist, diese kleine Geschichte:

Klassentreffen
„So trifft man sich wieder“, „Lange nicht gesehen!“ Händeschütteln, ein großes Hallo. Alte Gesichter, alte Freunde, es erwachen die Erinnerungen. So manche Geschichte wird zum Besten gegeben. Alte Witze aufgewärmt, es wird gelacht, es gibt viel zu erzählen. Die Runden werden langsam kleiner doch man redet weiter über Hinz und Kunz, kommt vom Bier zum Wein, von A zum Z. Die Familie, der Beruf, Fußball, die Renten, alles kommt auf den Tisch, aber bleiben wir realistisch, über ein Thema wird selten gesprochen. Darüber redet man nicht. Es ist unanständig. Man will sich ja nicht den Abend verderben. Doch wenn wir der Realität ins Auge sehen ist es unausweichlich. Irgendwie doch schlecht zu verdrängen. Mit den Jahren wird es immer offensichtlicher.
Die Reihen lichten sich.
Es ist wie eine stille Übereinkunft zwischen uns Menschen, über den Tod spricht man nicht. Doch die Lücken in der Klassengemeinschaft sind ganz real. Wer kann sie übersehen? Gerade weil wir vor dem Gedanken an den Tod fliehen, weil wir seinem Ernst nicht standhalten, darum bittet der Psalmbeter:
Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Psalm 90,12
In den Gesprächen mit den Klassenkameraden werden die klug genannt, die es zu etwas gebracht haben. Die Schönen, die Erfolgreichen. Es wird mit dem geprotzt was man hat und so mancher schämt sich, weil er ein „Nichts“ zu sein scheint.
Ganz unnötig denn Gottes Wort nennt allein die klug, die ihr Leben vom Ende her bestimmen. Klug sind die,die schon während ihres Lebens fragen wo sie eigentlich die Ewigkeit verbringen werden.
Wie arm ist eine Welt die ihre Hoffnung an Erfolg, Steine, kosmische Energien, selbsternannte Propheten und an „alle glauben doch an den selben lieben Gott“ hängt, aber nicht auf den hört, der als einziger drei Tage tot war und wieder zurück kam. Daher Jesus auch der einzige ist, der sinnvolle Aussagen über das Leben, den Tod und die Ewigkeit machen kann.

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh 14,6)

A classmate died last Friday.