Schulbesuch

Wir waren vor zwei Wochen von einem Bekannten, der Englisch Lehrer an einer buddhistischen privat Schule ist, zur „English Speaking Society“ seiner Schüler eingeladen. Bei der Schule handelt es sich um eine     高校 (Kookoo), was bei uns mit der Oberstufe eines Gymnasiums vergleichbar ist. Doch schon morgens bin ich, JP, mit extremen Kopfschmerzen aufgewacht. Ich hatte so starke Kopfschmerzen, dass mir davon sogar leicht übel war. Nachdem wir für Heilung gebetet hatten (eine Angewohnheit, die sich schon oft bewährt hat), sich aber nix getan hat, dann Kopfschmerztabletten genommen – wurde dadurch aber auch nicht besser. Die drei Stunden Japanischunterricht haben die Sache auch nicht besser gemacht und ich hab mich gefühlt als ob mein Kopf in einem Schraubstock eingespannt ist. Nachmittags als wir uns auf dem Weg zur Schule befanden, dachte ich mir noch, dass ich normaler Weise den Termin abgesagt hätte, aber einfach im Glauben einen Schritt mache wollte um Gott Raum zum geben etwas zu machen. Ich konnte es dann selbst fast nicht glauben, denn genau in dem Moment als wir in die Schule rein sind, waren die Kopfschmerzen WEG! Nichts mehr, kein pochen, drücken,…, nichts. Total abgefahren, oder? Hallelujah!

imgp4264Für die Schüler muss es etwas total besonders gewesen sein, dass „echte“ Ausländer extra zu ihnen kommen, um mit ihnen Englisch zu üben Wir hatten dann eine sehr coole Zeit mit ihnen. Als aller erstes wurde uns etwas über den größten buddhistischen Tempel Hokkaidos erzählt, der gleich neben der Schule ist. Die Schule ist auch buddhistisch, was sich in einer sehr strengen Disziplin äußert und auch darin, dass  alle Schüler (800) zum Beginn des Schuljahrs im Tempel an irgendwelchen Ritualen teilnehmen, die das neue Schuljahr segnen sollen und wohl auch Lehre mäßig, was ich aber nicht so genau weiß.

Nach einer Vorstellungsrunde ging es dann mit der Teezeremonie weiter. Die Schule hat eigens dafür einen Tatami Zimmer (original Japanisches Zimmer mit Tatamimatten, Schiebetüren, usw.), damit Schüler die Teezeremonie erlernen können. Wir kamen uns echt etwas überwältigt vor, da eine andere Lehrerin uns die ganze Zeit auf Video aufgenommen hat und die Teezeremonie Lehrerin, mit ihrer Klasse, die ganze Sache für uns vorbereite hat! imgp4268Schön brav kniend beobachteten wir die ganzen bis ins kleinste Detail genau festlegten Bewegungen, die nötig sind um eine Tasse grünen Tee zu zubereiten. Nachdem wir beide als erstes ein Mochi, mit dem der Jahreszeit entsprechendem Design, gesessen hatten und unsere Tasse, ebenso der Jahreszeit entsprechend ausgewählt, getrunken hatten, war es gar nicht so einfach wieder auf zu stehen, da unsere Beine so taub waren, dass wir beide nicht so ganz sicher waren ob wir überhaupt laufen können. Mit wackligen Beinen ging es dann weiter zur Judo Halle. Auf dem Weg dorthin begegneten uns der Tischtennis Lehrer (es gibt einen eigenen Lehrer für jede Sportart!!!) und die ganzen Schüler, die jeden Tag nach dem Unterricht noch in irgendwelchen Clubs sind, wie zum Beispiel Judo. Wir saßen dann in der Judo Halle und der Meister schmiss uns zu ehre und zu seinem Spaß ein paar Schüler durch den Raum, die armen Kerle. Der Lehrer, der übrigens auch Geschichte unterrichtet, imgp4277meinte, dass wenn sie sich nur richtig konzentriert es gar nicht weh tut. (ach neben bei, bei der letzten Vorführung für Gäste hat sich ein Schüler das Schlüsselbein gebrochen☺, aber so was tut doch nicht weh. Muss sich nur richtig konzentrieren, hehe)
Wenn man in einem solchen Club ist, was die meisten Schüler sind, dann hat man viel zu tun, die Judoka zum Beispiel haben 6 Tage die Woche zusätzlich zum normalen Unterricht drei Stunden Training! Da bleibt nicht viel Freiraum um sonst noch etwas zu machen… .

Nach der Vorführung ging es bei uns dann mit dem Frage und Antwortspiel weiter. Jeder Schüler des Englisch Clubs musste uns einen Frage stellen und wir haben dann in einfachem Englisch geantwortet. Der Lehrer hat dann auch noch mal gecheckt ob sie uns auch verstanden haben. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto wurden wir dann noch zum Ausgang geleitet und die 2 ½ Stunden sind ruck zuck vorbei gewesen.imgp4287
Es hat richtig Spaß gemacht dort zu sein und wir konnten mal wieder ein bisschen etwas über Japan lernen. (Wie sehr Religion mit Tradition und Kultur vermixt ist. Wie eine Schule von innen aussieht: alle Klassen Zimmer genau gleich eingerichtete mit einzel Tischen. Die Schuluniformen, die anzeigen in welcher Klassenstufe man ist. Das alle Lehrer mit Anzug und Krawatte unterwegs waren und von allen Schüler brav mit kleiner Verbeugung gegrüßt wurden. Das in der Klasse, der Gruppenleiter als erster befragt wurde und es dann dem Alter nach nach unten ging,… und vieles mehr.)

Eine Antwort zu “Schulbesuch

  1. Wow. Das hört sich ja richtig cool an! Ich glaub, ich krieg Fernweh…
    Liebe Grüße und Segen! Miri

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