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Ein paar Gedanken zum Hilfstrip nach Miyako/Tarou in Iwate

Im Tsunami Gebiet sind nun fünf Monate nach der Katastrophe die meisten Aufräumarbeiten zum Großteil beendet, die Flüchtlinge in Vorübergehenden Wohnungen (Container-Siedlungen) untergebracht, doch die wichtige Arbeit die jetzt beginnt ist Seelsorge. Tausende Menschen die in den kleinen Behelfswohnungen zusammen gepfercht sind leiden am Post Traumatischen Stress Syndrom und benötigen dringen fähige Seelsorger und Freunde die ihnen zu Seite stehen.
Wir haben in der einen Woche in der wir dort unterwegs waren mit unsrem Team, die von der ÜMG angemieteten Räume so saniert, renoviert und umgebaut, dass ab sofort dort Kurzzeit-Teams, das heißt bis zu 60 Leuten vor Ort eine Basis haben, um dann von dort den Menschen in den Notunterkünften helfen können.
Unsere 4 Kollegen (ein japanisches und ein amerikanisches Ehepaar) die mindestens die nächsten zwei Jahre vor Ort (in Miyako) leben werden koordinieren mit einem Netzwerk von japanischen Pastoren aus dem ganzen Land diese Kurzzeit-Teams. Wie auf dem Bild zu sehen, wurden Rund um Miyako viele Notunterkünfte einfach irgendwo, wo es etwas platz hatte in die Landschaft gestellt. Das heißt, dass manchmal 800 Menschen 10Km vom nächsten Ort, Supermarkt, usw. sogar ohne Handy empfang (wichtig in Japan ;)) entfernt in einem kleinen Tal umgeben von Bergen und Wald mitten in einem Reisfeld wohnen. Da viele Leute ohne Antriebskraft, ohne zu wissen wie es weiter gehen soll traumatisiert in ihrem Container sitzen benötigt es dringen Menschen, Räume, Orte, Programme die den Leuten helfen aus ihrer Isolation heraus zu kommen.
Mit Psychologen und  Seelsorgern die sich mit dem „Post Traumatischen Stress Syndrom“ auskennen und auch mit etwas Heiliger Geist inspirierter spontaner Kreativität wurde das Projekt „Mobile Cafés“ entwickelt, dass heisst dass auf dem Parkplatz bei den Behelfs-Not-Container-Wohnungen, der einzigen freien Fläche dort, von unseren Teams kleine aus Pavillons, Tischen und Stühlen bestehende Cafés aufgebaut werden. Erstens geht es darum zu zeigen, dass sie die Welt nicht vergessen hat, dass es Leute gibt die an ihnen Interesse haben und für sie da sind. Durch die praktische Gastfreundschaft sollen ein sicherer Raum geschaffen werde, damit die Leute aus den Containerwohnungen erst einmal aus ihrer Isolation heraus kommen. Wenn sie das Angebot annehmen besteht die Chance, dass sie da sie jemanden haben der ihnen zuhört, sie bei kostenlosem Kaffee, Kuchen und Keksen sich das erste mal so richtig alles von der Seele reden was sie erfahren haben und was sie bedrückt. Da die Cafés auch Orte der Begegnung sind, können die Bewohnen der Container auch nach und nach mit den anderen Leuten, die mit ihnen in der gleichen Container Siedlung wohnen und das gleiche durchgemacht haben, Kontakte knüpfen, um mit ihnen dann auch gemeinsam das Erlebte aufzuarbeiten und gemeinsam zu lernen Schritte in die Zukunft zu gehen.
Durch die Café-Arbeit wird die Liebe Christi praktisch gezeigt und viel nehmen gerne auch die angebotenen Gebet und Literatur in Anspruch, denn es geht um Körper, Geist und Seele – das den Menschen ganzheitlich geholfen wird.
Weitere Projekte sind Basteln für ältere Bewohner und Spiel, Spass, Action Programme für Kinder. Vielleicht sogar Camps für die Kinder und Jugendlichen wenn es im Winter in den Containersiedlungen noch trister sein wird.

Vielen Dank für die Unterstützung für die Arbeit hier in Japan!!!

P.S.: Ich habe aus Respekt gegenüber der Privatsphäre der Bewohnern der Containern keine Fotos von den Cafés und den Besuchern gemacht. Ist ja auch kein Zoo.

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Eine Antwort zu “Ein paar Gedanken zum Hilfstrip nach Miyako/Tarou in Iwate

  1. Hallo nach Japan,
    klingt super. Ich wünsche Euch ganz viel Kraft und Weisheit im Umgang mit diesen traumatisierten Menschen. In Deutschland gibt es immer wieder mal sporadische Beiträge über Japan in diesen Tagen, aber so insgesamt haben wir die Katastrophe schon als „Vergangenes“ abgespeichert, obwohl das für die Menschen vor Ort ja noch lange nicht zur Vergangenheit gehört, sondern viel mehr ins Jetzt und in die Zukunft. Über die Einschulung der Kids in Fukushima mit Dosimeter um den Hals wurde berichtet…
    in Gedanken bin ich oft in Japan und beneide Euch ein bisschen, dass Ihr dort leben dürft… ; ) Gott segne Euch ganz ganz doll für Euren Einsatz!!!

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