Neues aus dem Hiragishikirchenbürogebäude Nr.3

Als ich diese Woche Dienstag morgens pünktlich kurz vor 9:00 meinen vom morgen Kaffee gehypten Körper den letzten Treppenabsatz in den japanischen dritten Stock, also auf deutsch, den zweiten Stock, trotz muskelverkaterter Beine hoch katapultierte, saß sie da. Eine alte kleine freundlich dreinschauende japanischen Oma, mit den verbogenen Beichen und dem krummen Rücken, den so viele alte Frauen hier in Japan haben. Hab mir sagen lassen, dass das an einer Nährstoffmangelerscheinung liege, weiss aber auch nichts genaues.Ich wundere mich ja schon eine Weile was sich für Büros hinter den anderen beiden Bürotüren auf unserem Stockwerk verbirgt, wobei sich die Neugier mit der Sichtung der kleinen Oma exponentiell verstärkt hat – nicht sofort, aber dazu mehr. Wie es sich gehört hab ich ihr einen schönen Guten Morgen gewünscht und gefragt ob alles ok ist und ob ich ihr irgendwie weiter helfen kann. Sie kramte einen Zettel aus der Tasche und fragte ob ich nicht mal dort anrufen kann, da die Person mit der sie verabredet sei ja schon über drei Minuten über der Zeit sei… . Aha, drei Minuten… aber man will ja nicht unhöflich daher kommen und ich helf ja auch grundsätzlich gerne. Tuuuut, tuuuut, keiner geht dran,  ich versicherte der Oma, dass bestimmt bald jemand kommen würde, da es nach dem Anrufversuch doch gerade mal vier Minuten über der Zeit wäre und sie jeder Zeit bei der Kirchenbürotür klopfen kann und ich würde ihr gerne weiterhelfen wenn nötig. Nachdem ich in äußerst scharfen Ton über die Notwendingkeit von Pünktlichkeit belehrt wurde verabschiedete ich mich dann doch eher schnell, war ja auch schon spät dran, haha. Interessanterweise gab es von der jetzt sichtlich mies gelaunten Oma kein Dankeschön für die „Hilfe“, was mich schon etwas überrascht hatte, da im allgemeinen die Japaner doch sehr sehr freundlich, bzw. höflich sind. Kaum war die Bürotür hinter mir ins Schlossgefallen, schon hörte ich die kleine unscheinbare Oma, die von der Altersklasse wohl Metusalems Grosstante sein könnte, wie sie wegen der 5 Minuten Verspätung, die gerade angekommene Person so krass zur Sau und verbal verprügelt hat, dass ich Angst hatte, dass sie gleich auch mit ihrem Stock drauf los prügelt … da hörte ich auch schon den ersten dumpfen Schlag und ein Schrei, dass sie sofort mit schlagen aufhören solle … . Krasse Scheisse, die Oma tickte total aus und gerade als ich die Tür öffnete um die prügelnde Oma zu bändigen, sah ich nur noch wie zwei mit einander ringenden Gestalten im Büro neben an verschwanden. Danach war es ruhig… . Was verbirgt sich wohl hinter dieser Tür???

Übrigens hier gibts auch unseren Weihnachtsrundbrief

Advertisements

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.